Für Frauen findet sich in den Quellen eine scheinbar endlose Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten der Kopfbedeckungen. Hinzukommt auf Abbildungen das Tragen von Hauben und Mützen, die eigentlich eher den Männern zuzurechnen sind (siehe Männeraccessoires).
Für die Hauben lässt sich trotz der Vielfalt eine grundlegende Konstruktionstechnik erkennen:
– ein Steuchlein als Unterhaube (ggf. mit Wulst zur Kopfformung)
– darüber ein Kopftuch in unterschiedlicher Drapierung (u.a. als gefältelte Variante).
Bei den Kopftüchern war gerade die Anzahl der “Vachen” also der Fächer bzw. Umwicklungen des Kopfes wichtig zur Darstellung des eigenen Wohlstands.
Die Grundform ist meist ein längliches Rechteck. Als Material kommen Leinen, Baumwolle und Seide oft vor. Baumwolltücher waren das einzige Kleidungsstück das aus reiner Baumwolle hergestellt wurde – dennoch besaß es laut der Regensburger Kleiderordnung kaum einen Wert.
Im 15. Jahrhundert wurde das Steuchlein noch nicht allgemein offen sichtbar getragen. Es gab jedoch erste Bestrebungen hierzu, da die darüber getragene Haube mit Kinnbinde als nicht mehr modisch empfunden wurde – zugleich aber als Statussymbol fungierte. Dementsprechend findet sich das Steuchlein bereits auf einigen Frauenporträts vor 1500 als einzige Kopfbedeckung. Eine kurzzeitige Übergangsform stellte das Tragen von Steuchlein und Haube mit gelöster Kinnbinde dar, wobei auch die übrige Stofffülle im Nacken offen hängen gelassen wurde








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